Das ist es, was ich immer schon tun wollte! - Geschichten schreiben über Erlebtes mit meinen Hunden.

JULI 2021

Diese Geschichte liegt weit zurück. Juni 1996. Rosencavalierschau in Buckow/ Märkische Heide. Spezialrichter Dr. Laurits Lauritsen. (  Cavaliere vom Barnim )
Eigentlich wollten wir nur mit Paulinchen vom Rabaukenhof und Bruna the Roottis an den Start gehen. Beide waren längst an den Showring gewöhnt und wir hatten Chancen, mit ihnen zu gewinnen. Da kamen wir doch auf die verrückte Idee, unseren kleinen trico Rüden, Goby vom Goldregen, auch mit starten zu lassen. In der Veteranenklasse. Goby war ohne jeden Zweifel ein Schöner. Aber er kannte den Showring noch überhaupt nicht. Wir hatten ihn Jahre zuvor als Familienhund angeschafft, einfach so zum Liebhaben und waren glücklich mit ihm. Goby hatte die Angewohnheit, auf Wiesen und Feldern nach Mäusen zu suchen, zu wühlen und wühlen. Sein Kopf war nur auf dem Boden und er schnuffelte vergnügt, ob da eine Beute auszumachen sei.
Die Ausstellung nun war eine Außenausstellung. Der Ring eine Wiese. Böse Falle!
Goby gebadet, gestylt, sah für uns super aus. Er war ein kleiner, schön quadratischer Rüde, auch gut aufgebrochen im Fell. Aber als die Rüden Veteranenklasse aufgerufen wurden, fühlte sich Sohn Sven, der unsere Hunde handelte. nicht mehr gut. Er: " Ich bin dafür, wir zeigen Goby gar nicht. Befürchte, der macht im Ring weiter nichts, als im Gras zu schnuffeln. Er wird gar nicht laufen. Wir blamieren uns total. Das sollten wir uns nicht antun!!" - Wir, mein Mann Dieter und ich: " Quatsch, jetzt haben wir ihn gemeldet, da ziehen wir es auch durch. Mach dir nichts daraus, wenn er sich nicht zeigt! Dann kannst du immer noch abbrechen, aber wir haben es einfach versucht und wissen einmal, wie ihn der Richter sieht."

Im Ring war nur eine Konkurrenz: Ch Gregor von Löwe, auch ein kleiner Tricolour. Sein Herrchen, Dr. Löwe, war Perfektionist im Handling, und Gregor war ein Leben lang an das Tun und Machen mit ihm im Ring gewohnt. Meine Güte, das konnte ja was werden! Ein bisschen tat mir Sven direkt leid, und ich fieberte mit am Rand des Ringes. Goby war erstaunt über Gregor, der ihm ähnlich sah. Noch mehr verblüffte ihn der Dr. Löwe mit seinen Kommandos und Handzeichen. Goby ganz angetan von dem, was sich da vollzog, verfolgte aufmerksam jedes Wort und Zeichen des Dr. Löwe und machte dem Gregor alles gleich.  Er stand  gerade, hob den  Kopf, wedelte mit der Rute und lief und lief und stand wieder. An Mauselöcher im Rasen dachte er anscheinend überhaupt nicht mehr. Auch auf dem Richtertisch zeigte er sich perfekt. Alles, als hätte Sven das mit ihm seit eh und je geübt. Dr. Lauritsen liebte es, die Cavaliere im Ring laufen, laufen, laufen zu lassen. Da erst zeigen sich Ausdauer und Schönheit, so der Richter.
Und dann fiel es ihm direkt schwer zu entscheiden, wer der Bessere sein sollte. Er fand sie beide gleich schön. Na gut, die Entscheidung musste her. Sie sollten noch eine Runde laufen, und die ging dann an den Champion.
Wir aber waren so glücklich mit unserem kleinen Goby. Fein hatte er alles gemacht und die Beurteilung durch den Richter ging uns runter wie Öl.

Dank dem Dr. Löwe!






















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photo (C) Heidi Junghans