Das ist es, was ich immer schon tun wollte! - Geschichten schreiben über Erlebtes mit meinen Hunden.

APRIL 2021
Hier ist die vierte Geschichte.
Sie liegt noch nicht weit zurück. Im Januar dieses Jahres ließen unsere Nachbarn ihre große, längst baufällige Scheune und die daran anschießende Steinmauer abreißen. Alles Grenze zu unserem Grundstück. Ein Bauzaun wurde errichtet. Der soll halten, bis im späten Frühjahr eine neue Begrenzung gesetzt wird. Den Plan dazu gibt es schon.
Nun muss man wissen, das Nachbargrundstück wird von zwei großen Hunden bewacht: einer Australischen Schäferhündin und einem Golden Retriever Rüden. Zur Australischen und Alice muss man sagen, dass sie sich vom ersten Tag an nicht mochten. Zum Glück konnten sie sich durch die Mauer nicht sehen. Doch einmal in früheren Jahren, da spazierte die Australische demonstrativ auf der Mauer herum. Alice war außer sich und wollte auch auf die Mauer, die andere vertreiben.

Und jetzt dieser Bauzaun. Sicher 2,50 m hoch, aber die Metallstäbe nicht wirklich sehr stabil. Na gut, wir vertrauten trozdem darauf.

Zweiter Tag mit Bauzaun. Ich hatte das Rudel in den Garten gelassen, kehrte schnell nochmal ins Haus zurück. Da war mir, als riefe wer " Heidi!". Sicher eine Täuschung. Aber dann hörte ich es deutlich: " Heidiiiiiiiiii ! " Ich rannte raus, sah niemanden und nichts. Nicht einmal meine Hunde. Doch, Ella, die Katze, zeigte sich aufgeregt und starrte ins Nachbargrundstück, doppelt so groß wie meines. Ich folgte Ellas Blick und sah mit Schrecken, alle Cavaliere, einschließlich Alice, auf dem Nachbarhof, im Nachbargarten, auf Stegen und Wegen, im Baugelände, wo die Scheune mal stand. Sie kontrollierten dort alles, fröhlich und froh, wedelten und gaben keinen Laut von sich. Unter dem Motto, wenn sie nichts sagen, sage ich auch nichts.
Frage, wie waren sie in das Nachbargrundstück gekommen? Ich suchte und suchte. Dann fand ich eine Stelle, da ließen sich die Metallstäbe wegdrücken. Und dass das so war, daran hatten mit Sicherheit die Rubys gearbeitet, Shannon und die alte Mona. Als mich die Black and Tan sahen, kamen sie ganz brav und krochen flugs durchs Loch zurück, rannten schuldbewußt ins Haus. Die anderen dachten gar nicht an schnelle Rückkehr. Ich musste Leckerli holen und die in der Schüssel klappern lassen. Da kamen sie alle, die Blenheim ließen sich auch durchs Loch schieben und ziehen. Die Rubys, kaum die Leckerli geschluckt, waren sie im Nachbargehöft schon wieder auf und davon. Die Rubys sind nun mal die Schlausten. Alice trieb sie dann schließlich zu mir zurück und ich nahm sie durch die Öffnung. Sie versuchten noch etliche Male, zurück ins Nachbargrundstück zu gelangen. Aber das wusste ich zu verhindern. Das eigentliche Problem war nun Alice, ich war mir nicht sicher, dass ich sie durch den Zaun bekomme. OMG!
Ich holte die Leine. Alice kam aber nicht, sie untersuchte weiter alles auf dem Nachbarhof, rannte hin und her und war sichtlich gut gelaunt. Dann blieb mir nur eines. Ich klingelte bei den Nachbarn, um Alice an der Leine aus dem Gehöft zu führen. Ich wunderte überhaupt. Die Nachbarn hatten mich gerufen und zeigten sich nicht. Alice sah mich am Tor klingeln. Kam sofort und freute sich. Die Nachbarn bat ich, mir doch das Tor aufzuschießen. Diese am Fenster: " Heidi, wir können es nicht, wir trauen uns nicht aus dem Haus! " Ich: " Warum denn nun nicht ? " Sie: " Alice! Wir trauen uns wegen Alice nicht aus dem Haus. Wissen nicht, was sie macht! " Du lieber Himmel. ich zurück in mein Gehöft. An den Bauzaun, die Metallstäbe ein bisschen zur Seite gedrückt, Alice gerufen. Und !!!! Was ein Glück!! Sie kam, zwängte sich durch die Öffnung. Manometer!! Alles war wieder im Lot.

Ich habe dann den Zaun, wo die Rubys wieder aktiv werden könnten :-), etwas verbarrikadiert. Mit kleinen und größeren Metallfeldern. Seither geht alles gut. Der Golden Retriever ist feundlich, wedelt, sagt gar nichts, wenn er am Zaun steht. Er mag die Mädels allesamt leiden. Das wiederum gefällt der Australischen nicht wirklich. Alice bekommt von der Nachbarin immer öfter ein Schweineohr. Nun wartet sie alle Tage hoffnungsvoll, dass sich die Nachbarin doch zeigt und wieder solch großes Leckerli für sie dabei hat.
Wir kommen seither mit der Situation Bauzaun gut klar. Stimmen uns mit den Nachbarn ab, wann wir die einen und anderen draußen zu laufen haben. Das klappt gut, es gibt kein großes Gebell. Keine Aufregung mehr. Und bis zu einer neuen schönen Grundstücksgrenze ist es nicht mehr lange hin.
Und es bleibt dabei, das Leben mit den Hunden ist wunderschön und voller Überraschungen.






MÄRZ

FEBRUAR
JANUAR








































photo (C) Heidi Junghans